...von Zeugnis-Codes am Küchentisch, einem laminierten Blatt Papier und dem Unterschied zwischen bewertet werden und gesehen werden...
Vergleich ist nicht das Problem. Identifikation ist es.
Zwischen „Ich habe eine Vier“ und „Ich bin nicht gut genug“ liegt Beziehung. Und genau dort entscheidet sich, ob Leistungsdruck einengt – oder Entwicklung möglich bleibt.
Ein Text über Schule. Über Würde. Und über ein zweites Blatt Papier, das den Unterschied macht.
Wenn du nicht konsequent bist, bist du selber schuld
Herzlich willkommen in der Leistungsgesellschaft.
Wenn du irgendwas erreichen willst in deinem Leben, dann musst du einfach nur konsequent sein. Kennt man ja aus der Kindererziehung: Kinder brauchen Grenzen und Konsequenzen, heißt es da.
Klappt nicht? Tja, Pech gehabt. Selber schuld. Biste halt zu schwach oder zu faul oder schlecht erzogen oder …
… das Ding mit dem Konsequentsein ist einfach FALSCH.
Muss ich wissen, was zu tun ist, bevor ich beginne?
Etwas in mir will schreiben und etwas in mir weiß nicht, was. Und dann steht da eine herrliche Frage im Raum herum, die heißt:
Muss ich wissen, was zu tun ist, bevor ich beginne?
Lass uns die Frage weiter beobachten. Wo führt sie hin?
...vom "Oops! Wrong Planet!"-Syndrom, Küchen als Rückzugsort und der Frage, wer bitte "Normal Null" sein soll...
Alles, was du herausfinden darfst, ist, wie du tickst, was du wann brauchst und ein gesundes Umfeld als innersten Kreis, der von dir wissen darf und der damit umgehen kann, wenn du dich Mal selbst verlierst und dich dann einfach oldskool polnisch rausziehst.
...von brennenden Häusern, leeren Akkus und dem Moment, in dem dein Handy dein Coach wird...
Neulich saß ich mit einem Wesen im Raum – nennen wir sie Anna. Sie wirkt, als hätte sie den halben Atlas auf den Schultern…
DIE KUNST, NICHT FERTIG ZU SEIN
Heikos Arbeit bewegt sich an der Schnittstelle von systemischer Theorie, klassisch westlicher und buddhistischer Psychologie, achtsamkeitsbasierter Praxis und gesellschaftskritischer Beobachtung. Dabei verzichtet er auffallend auf schnelle Lösungen. Stattdessen richtet er den Blick auf Prozesse, auf Beziehungsmuster und auf die innere Dynamik, die entsteht, wenn Menschen zwischen Anpassung, Selbstanspruch und dem Wunsch nach Authentizität navigieren.
"Die meisten Menschen, die zu mir kommen, wollen schnelle Lösungen. Einfach weil sie ihr Leid schon viel zu lange aushalten", sagt er. "Sie wollen gesehen werden. Sie wollen verstanden werden. Sie wollen mal nicht funktionieren müssen."
Seine Methode: Zuhören. Perspektiven wechseln. Raum geben. Manchmal tatsächlich auch: Nichts tun.
Es ist ganz und gar unsinnig, irgendetwas vermeiden oder verdrängen zu wollen
Warum überhaupt neigt der Mensch zum Vermeiden und Verdrängen?
Dieser Frage nähern wir uns am besten, indem wir uns mal ansehen, was so den lieben langen Tag – mitunter ganze Leben lang – verdrängt und vermieden werden will.
Ich bin eine einzige Ansammlung von Fehlern
Ich bin verletzlich. Ein bisschen kaputt hier und da. Ich funktioniere nicht gut. Es gibt unglaublich viele Dinge, die ich nicht gut kann.
Ich bin wie dieser unperfekte, knorrige Baum, dem schon mal Äste abgerissen wurden, in dessen Rinde irgendwer seine Initialen geritzt hat und dem der Wind schon zig Blätter ausgerissen hat, …
Wie sich der strukturelle Irrsinn selbst reproduziert
Wenn etwas, das nicht funktioniert, nicht logisch, dafür streckenweise total dumm, ist, sich selbst reproduziert, was wird das dann? Die Frage ist rhetorisch. Wir sitzen auf einem riesen Haufen total kaputten Irrsinns. Ist ja auch irgendwie logisch. Ist ja strukturell. Also überall und allgegenwärtig. In den Medien, in unseren Köpfen, in unseren Beziehungen. Über Generationen hinweg. Und nun? Wieso ist das so und wo bitte ist der Weg da raus?
Wenn die Nacht am tiefsten ist, ist der Tag am nächsten
Scheiß Klischee. Aber mal Butter bei die Fische: Ist es nicht doch am Ende irgendwie immer so, dass es erst bis zum Zerbersten schmerzen muss, bevor wir unseren Arsch bewegen?
Da rennt man sehenden Auges ins Verderben. Beziehungen, Projekte, Jobs, name it. Da setzt man sich wieder einer dieser Situationen aus, von denen völlig klar ist, dass das Mumpitz ist.
Ach komm, nur noch einmal. Diesmal wird es anders laufen, ganz bestimmt. Und das Leben so: „Äh, nö.“
Mindset - ein Konzept
Wer mich kennt weiß, ich bin keine große Freundin von Konzepten und Methoden. Die funktionieren nicht. So auch die Mindset-Geschichte. Ich zerreiße das Thema gerne einfach mal in der Luft und puste dann rein. Als Konfetti taugt das.
Mindset ist so bisschen wie Manifestieren. Klar kannst du dir tolle Sachen ausdenken und dran eine mords Freude haben. Aber warum um alles in der Welt willst du jemand anderes sein, als du bist. Und noch viel bekloppter: Warum bist du bereit, der Welt vorzumachen, du seist wer anders?!
Was um alles in der Welt ist mit dir nicht in Ordnung?
Manchmal vielleicht, einfach etwas mehr tick tack als tiktok.
...von Uhren die alles messen außer der Zeit, von verschwundenen Stunden die sich in Benachrichtigungen auflösen, und der Frage wann wir beschlossen haben dass Komplexität besser ist als Klarheit...
Ein Hauch von Frische im abgestandenen Ganzen
…vom Hauch von Frische im Dunst der Dinge,
die nie hinterfragt wurden, von dem, der nicht aufräumt, sondern neben dir in der gleichen Tonne liegt – und von der duftenden Zitrone im morgendlichen Atem der Müllabfuhr…
Ich war so lange ein "Systemgegner", bis ich verstanden habe, dass ich Teil der Lösung bin.
Wofür "DAS SYSTEM!" nicht alles verantwortlich ist – oder?
Wahrlich ver-rückt!
Ja, aber das System dies... das System das... das System jenes...
Das System ist scheinbar verantwortlich für
Ich kann nicht anders. Ich drücke mich in Leben aus.
Ich gehe ins Nebenzimmer mit den Worten: „Mal sehen, ob sich etwas schreiben will.“ Es tönt im ersten Moment eigenartig: „ob sich etwas schreiben will“, beschreibt allerdings sehr gut, wie ich schreibe. Und offen gesagt auch, wie ich lebe. Ich habe keinen Plan. Ideen ja. Pläne? Da halte ich es mit dem geflügelten Wort: „Ich plante und Gott lachte.“ – und Göttin auch ;)
Solange du noch manifestierst, manifestiert sich nichts als das Wollen von etwas, das du nicht hast.
Wer bist du, wenn du nicht dein Leben mit den deppen Verpflichtungen jeden Tag leben müsstest? Wie sieht die beste Version von dir aus? Aber sicher doch nicht genau so, wie es gerade ist, oder? Seit vielen Jahren predigen große Namen, die große Mengen an Menschen anziehen, du kannst dich ganz neu erfinden und alles in dein Leben ziehen, was du willst. Jain. Kannst du (nicht).
...von Buzzwords die dich fangen, von Schmerz der zum Geschäftsmodell wird, und der Frage, wie teuer du dich einfangen lassen willst..
Gestern bin ich mal wieder über ein klassischen Online-Marketing-Pitch gestolpert, der ganz klar auf den Schmerz vieler Menschen zielt: finanzielle Abhängigkeit und das damit verbundene Gefühl des Eingesperrtseins, des täglichen Hamsterrades und der persönlichen Einschränkung, sich dadurch nicht im Mindesten tatsächlich ausleben zu können, im eigenen Wachstum gehemmt, in der Entwicklung in die wahre Bestimmung beschnitten...
Informationen gabs natürlich nur per PN
Ich bin meiner Mutter wilde Tochter
Ich kann nicht glauben, was da für ein scheiß Film abläuft! Und ich rede beileibe nicht nur von Deutschland, aber auch. Würde ich eine Postkarte schreiben, dann stünde auf ihr: „Grüße aus Absurdistan. Das Wetter ist unbeständig. Das Essen ist fad. Und was ich sehe, finde ich nicht schön. Ich freue mich auf zu Hause. Alles Liebe, Barbara“
...von hingekotzten Lösungen, vom gesellschaftlichem Lösungszwang, und dem radikalen Akt, dein Problem einfach eine Weile zu behalten...
Was, wenn du jedes gute Recht hättest, ein Problem deiner Wahl zu haben und es auch zu behalten? Und das, ohne dich mit schnellen und oberflächlichen scheinbaren Lösungen abspeisen zu lassen. Wir leben in einer Kultur, die keine Probleme duldet. Nicht mal fünf Minuten. Problem erkannt? Hier ist die Lösung. In drei einfachen Schritten. In 7 Tagen. Im nächsten Workshop.
Wie verortet man sich in der Unendlichkeit?
Ich finde Glauben und Religion, Folklore und Mythologie grundlegend interessant. Weil ich gerne staune. Über alles Mögliche und Unmögliche, über die Dinge, die mir das Herz aufgehen lassen und auch über die, die es manchmal schier zu ersticken drohen.
Und weil ich nicht müde werde, nach dem zu Fragen, was alles zusammenhält, nach dem, was uns allen gemein ist und nach dem, woher alles kommt und wohin es strebt.