...vom "Oops! Wrong Planet!"-Syndrom, Küchen als Rückzugsort und der Frage, wer bitte "Normal Null" sein soll...

"High-Sensitive-Power" oder das OWPS (Oops! Wrong Planet! - Syndrome)

Aus einem Leben vor Barbara kannte ich so große Aufgebote von Familie oder Vereinen nicht und ich finde es immer wieder sehr spannend zu beobachten wie ich mich in diesem Organismus verhalte, wie er sich für mich anfühlt, was es mit mir macht.

Ich mein, ich bin von Herzen gern mit Menschen. Ich bewege mich zeitweise nur nicht sonderlich stabil in solchen Ansammlungen Vieler und das verunsichert mich manchmal - zu viel Wahrnehmung, zu viele Reize, zu viele Stimmen - so hat jeder so seinen inneren Monk.

Und da bin ich um die Küche auf Festen zeitweise schon sehr dankbar.

Ich bin ja gern in der Küche. Da kommt es mir sehr entgegen, dass ich von Herzen gern koche. Gleich ob für mich oder andere - für viele oder wenige. Hier gibt´s immer was zu tun. Hier kommen immer mal Menschen vorbei, quatschen etwas und gehen dann wieder - vor allem wenn´s nach Arbeit aussieht

Ich bin jemand, der gern seinen Raum hat, der schnell überreizt ist, der smalltalk nicht besonders gut kann. Und manchmal pass ich nicht gut auf mich auf, krieg´s nicht früh genug mit, zieh mich zu spät raus und überspann mich dann selbst. Dann fange ich gerne an, mich nicht mehr "richtig" zu fühlen, dann bin ich genervt, ohne recht zu wissen warum, um dann genervt darüber zu sein, dass ich genervt bin und das nervt mich dann so sehr, dass ich spontan und überaus genervt irgendwohin fahren könnte. Dahin wo es still ist, um mich herum und in mir selbst. Dort wo niemand sonst ist, vielleicht noch der Wind, die Wolken über mir und der Boden unter mir.

Mittlerweile check ich das ganz gut und habe so meine Tools gefunden, um mit mir und meinen "Ticks" Spaß zu haben. Denn das ist es worum es mir geht. Es geht darum, wie viel Spaß ich mit mir und meinem Leben haben kann. Für weniger bin ich nicht hier.

Klar, klingt das auch ein wenig Asperger, nach Autismus-Spektrum...

Menschen finden immer Namen für etwas, dass sie befürchten nicht zu verstehen und nicht kontrollieren zu können, in der Hoffnung, es dadurch besser zu verstehen und vielleicht - und sei es nur vielleicht - doch kontrollieren zu können.

...aber mir ist völlig gleich welchen Namen du deiner scheinbaren Symptomatik gibst. Es geht mir nicht um Schubladen - das tut es mir nie - es geht mir darum, es als das an-zu-erkennen, was es nun einmal ist - als ein Teil von mir.

Das was mich heute "hochsensibel" nennt, ist für mich viel mehr eine Haltung. Eine Haltung zu mir selbst und dem Raum in dem ich mich bewege.

Ich habe die Gabe (wich feels sometimes like a curse) krass viele Details auf einmal wahr zu nehmen, kann Beziehungen zwischen Menschen förmlich sehen, erkenne unausgesprochene Gefühle und kommuniziere auf unglaublich vielen Ebenen gleichzeitig - wie die feinen Strukturen in einem Libellenflügel, die man erst im Licht sieht...

...und dann *PAFF*, ist der Kopf geplatzt

Nun schau sich wieder einer die Sauerei an

Wenn du das aber erkennst und bereit bist, mit dir selbst zu fließen, ist es kinda Super-Power und kein "Makel" (whatever that word means) - trust me.

Wie so vieles halt, was wir glauben, dass es uns "anders", "nicht genug" oder "nicht kompatibel" machen würde.

Alles, was du herausfinden darfst, ist, wie du tickst, was du wann brauchst und ein gesundes Umfeld als innersten Kreis, der von dir wissen darf und der damit umgehen kann, wenn du dich Mal selbst verlierst und dich dann einfach oldskool polnisch rausziehst.

Heute begleite ich, unter anderem, Menschen durch das, von dem sie glauben, dass es sie "anders" machen würde, das sie scheinbar "trennt" und sie sich "falsch" fühlen lässt. Durch ihr ganz persönliches "Oops! Wrong planet! – Syndrome". Eben weil ich weiß, wie es sich tatsächlich anfühlt, was es macht, wie schwierig das phasenweise im Alltag sein kann und weil´s für mich halt schlicht kein "Normal Null" gibt. Wer bitte soll das denn auch sein?

Wer ist denn dieser "normale Mensch" an dem wir uns immer alle so lustig messen? Und wie lange am Tag ist der das?

Vielleicht bedarf es nur einem Perspektivwechsel, einer neuen Sicht auf dich selbst und dem, wie du dich selbst wahr nimmst, wie du dich in der Welt fühlst und wie du dadurch die Welt selbst empfindest.

Alles ist Kommunikation.

Eben weil weder du, noch der Planet richtig oder falsch ist. Nichts und Niemand könnte richtiger sein, selbst in einem scheinbar völlig falschen Moment, als du, wenn du ganz du selbst bist - was immer das in dem Moment auch bedeutet.

Falsch - richtig – gogogadgeto bliblablubb

"Jenseits von Richtig und Falsch gibt es einen Ort. Ich treffe dich dort."
~ Rumi (Teil des Gedichts "A Great Wagon" übersetzt von Coleman Barks)

be a rebel - feel yourself

gratitude,
Heiko

Heiko Sennert
Ich bin auflösender Systemiker und Rebell, bin sowohl Sand als auch Öl im Getriebe der Systeme - je nach Tagesform und Sichtweise. Ich stelle Fragen, stelle in Frage und ich breche auf.
https://www.bq-sennert.de/heiko-sennert-1
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Muss ich wissen, was zu tun ist, bevor ich beginne?

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...von brennenden Häusern, leeren Akkus und dem Moment, in dem dein Handy dein Coach wird...